Albrecht Müller, Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs und Mitgestalter der Ostpolitik Willy Brandts, erinnert an die Verpflichtung, die aus der Geschichte erwächst: Deutschland müsse ein „Volk der guten Nachbarn“ bleiben – ein Land, das auf Vernunft, Ausgleich und Diplomatie setzt.
Sevim Dagdelen warnt vor einer neuen Logik der Konfrontation und hinterfragt die politischen und militärischen Entscheidungen, die Europa zunehmend in Krisen treiben.
Gemeinsam diskutieren beide über historische Verantwortung, die Macht der politischen Narrative und die Frage, wie Frieden und Sicherheit in einer zunehmend polarisierten Welt bewahrt werden können.
Egoismus, Eurozentrismus und Rassismus sind stärker denn je. Nichts verdeutlicht dies mehr als der fortlaufende Krieg in Gaza, der zum Sinnbild jener korrumpierten Moralvorstellung geworden ist, die den Nahen Osten und andere Regionen der Welt seit Jahrzehnten heimsucht. Nach den gescheiterten Kriegen in Afghanistan, Irak und anderswo hätte man meinen können, dass die westliche Welt aus ihren Fehlern gelernt hätte. Doch seit Gaza wird täglich deutlich, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Errungenschaften der Aufklärung – Menschenrechte, liberale Demokratie und alles andere – haben für viele Teile der Welt nie gegolten. Der Westen hat alles verraten, wofür er einst angeblich stand. Markus J. Karsten spricht mit Emran Feroz darüber – und über vieles mehr.
Das Erstarken der politischen Ränder, Identitätspolitik, Migration und die zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit haben das Vertrauen in die Demokratie erschüttert. Unser gesellschaftliches Miteinander steht vor einer Neugestaltung. Europa und Freiheit gehören untrennbar zusammen – schweigen wir also nicht. Während der Frankfurter Buchmesse 2025 spricht Markus J. Karsten mit Ulrike Guérot und Wolfgang Kubicki über diese Herausforderungen und darüber, wie wir die offene Gesellschaft bewahren können.
Viele Tumorpatientinnen und -patienten stellen sich die Frage, was sie tun können, um ihre Heilung zu unterstützen. Die Ernährung spielt hierbei eine sehr große Rolle. Der langjährige Leiter des Tumorzentrums München stellt neueste Erkenntnisse vor, zeigt, wie auch Gesunde mit der richtigen Ernährung vorbeugen können, und klärt gleichzeitig über Mythen bezüglich gesunder Ernährung auf. Johannes Bröckers spricht mit Volkmar Nüssler darüber und über vieles mehr.
Der deutsche Blick auf den Islam ist von Verharmlosungen mindestens genauso geprägt wie von Vorurteilen. Auf seiner Reise zu muslimischen Communitys unterzieht der Journalist Teseo La Marca die deutsche Islamdebatte einem Realitätstest. Im Gespräch mit Muslimen, linken Apologetikern und Islamkritikern zeigt sich, wie Islamisten die polarisierte Debatte nutzen, um unter dem Radar der Öffentlichkeit ihre eigene Agenda voranzutreiben. Dagegen hilft nur eine offenere, schonungslosere Diskussion. Nicht ob der Islam zu Deutschland gehört, sollten wir uns fragen, sondern: Welcher Islam?
Die Aufzeichnung fand am 01. Oktober 2025 im Pfefferberg Theater statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dorian Baganz.
Aus den menschlichen Verwerfungen des 2. Weltkrieges sind in Deutschland zwei Staaten, die DDR und die Bundesrepublik, hervorgegangen. Mit der Bürde der deutschen Verantwortung für die unendlichen Zerstörungen und Verbrechen der Nazizeit mussten sie einen neuen Weg in die Gemeinschaft mit anderen Völkern finden. Der Frieden war eine aus den Trümmern erstandene Hoffnung für alle Deutschen. Im Rückblick sieht Gabriele Gysi die Gemeinsamkeit beider deutscher Staaten in ihrem unmittelbaren Bezug aufeinander. Noch heute ist die deutsche Frage nicht gelöst, nur neu gestellt.
Der zweite Teil des Vortrags von Jonas Tögel mit dem Titel „Kriegsspiele. Einblicke in Geostrategie in einer multipolaren Welt“ wurde am 23. September 2025 in Neu-Isenburg aufgezeichnet. Während sich der Krieg in der Ukraine weiter zuspitzt, wächst nicht nur die Gefahr einer militärischen Eskalation. Parallel tobt eine erbitterte Propagandaschlacht, in der alle Konfliktparteien mit den modernsten Manipulationsinstrumenten arbeiten. Moskau spielt dabei immer wieder die Karte einer möglichen atomaren Eskalation aus, während der Westen bemüht ist, dieses Risiko herunterzuspielen.
Der erste Teil des Vortrags von Jonas Tögel mit dem Titel ‚Kriegsspiele. Einblicke in Geostrategie in einer multipolaren Welt‘ wurde am 23.09.2025 in Neu-Isenburg aufgenommen. Während sich der Krieg in der Ukraine zuspitzt, nimmt nicht nur die Gefahr einer militärischen Eskalation zu. Auch die Propagandaschlacht wird von allen Konfliktparteien erbittert und mit den modernsten Manipulationswaffen geführt. Von russischer Seite wird immer wieder die Karte einer möglichen atomaren Konfrontation ausgespielt. Der Westen versucht dagegen, diese Gefahr als gering darzustellen.
Markus J. Karsten spricht mit Klaus von Dohnanyi – Wenn politische Rhetorik immer stärker von Konfrontation geprägt ist, sind Stimmen unverzichtbar, die Verständigung ins Zentrum rücken. Klaus von Dohnanyi und Erich Vad betrachten die aktuelle Lage mit analytischer Schärfe und strategischer Tiefe. Sie erinnern an etwas, das allzu oft übersehen wird: Diplomatie ist nicht Schwäche, sondern Pflicht und Ausdruck von Stärke. Ihr Denken ist auf Lösungen ausgerichtet – denn Frieden entsteht nicht durch Eskalation, sondern durch Dialog, Verhandlungen und den Mut zu politischer Klugheit. Ihr Gespräch lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Gesprächsbereitschaft, Augenmaß und Verantwortung. Die Gefahr einer weiteren Eskalation ist real – und wächst. Darum ihr klarer Appell: Mehr Diplomatie!
Besitzt der Konflikt mit Russland auch eine kulturelle Dimension? Könnte die Krise des Westens eine neue Chance für den Humanismus sein? Und warum hängt der Weltfrieden zum jetzigen Zeitpunkt vorwiegend vom Handeln Deutschlands ab? Hauke Ritz, der sich seit seiner Dissertation im Fach Philosophie vor allem den Themen Außenpolitik und Friedensforschung widmet, analysiert gegenwärtige und vergangene Konfliktlagen und zieht daraus wichtige Schlüsse für unser Verständnis von Kultur und Politik unserer Tage.