• Westend Podcast

    #16 – Prof. Moshe Zuckermann: Die Kunst ist frei?

    Die Forderung nach einer freien und unabhängigen Kunst kennen wir seit dem 19. Jahrhundert. Dieses Streben nach Kunstautonomie fußt auf der Überzeugung, dass der Bereich des Ästhetischen eigenen Regeln folgt, dass Kunst frei sein muss von fremden Ansprüchen, seien diese politischer oder moralischer Natur. Stichworte wie ‚Cancel Culture‘ sowie die oft schrill geführten Debatten darüber, wer eigentlich noch etwas sagen oder zeigen darf, zeugen davon, dass die Autonomie der Kunst mehr denn je gefährdet ist.

    Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. Zuckermann ist regelmäßig mit Beiträgen für Hörfunk, Fernsehen und verschiedene Printmedien tätig. Im Westend Verlag erschien zuletzt Gegen Entfremdung (2021) über Erich Fried.

    # 15 – EXTRA: Heiner Flassbeck / Kersten Reich: Enttäuschung nach der Klimakonferenz

    Die Ergebnisse der Klimakonferenz in Glasgow sind ernüchternd und enttäuschend – wie nicht anders zu erwarten, sagen Heiner Flassbeck und Kersten Reich und diskutieren über den weiteren Weg.

    Heiner Flassbeck hält den Ansatz von vornherein für falsch, dass unabhängig voneinander agierende Länder sich verpflichten, irgendetwas zu tun, dann werde alles gut. Das stärkste Bindeglied zwischen diesen Ländern sind nun mal die Märkte für fossile Energie und solange man diese Märkte nicht berührt, geht es immer so weiter. Es ist naiv zu glauben, dass etwa China und Indien ihre Entwicklungspfade ändern, obwohl sie extrem billige Energie zur Verfügung haben, bloß weil wir ihnen erzählen, es gebe ein Klimaproblem.

    Kersten Reich nimmt die Politik in die Pflicht: Wenn die Wirtschaft als Reaktion auf Glasgow schon sagt: „Ihr habt zu wenig erreicht“, dann müsse die Politik doch aufwachen! Die Politik muss anfangen, in Fairness-Kategorien zu denken – denn wenn das nachhaltige Gemeinwohl nicht in den Vordergrund tritt, dann werden wir gnadenlos scheitern.

    #14 – Sabine Schiffer / Constantin Wagner: Antisemitismus und Islamophobie

    Neue Feindbilder, alte Muster

    Der Anschlag von Hanau, die Mbembe-Debatte wie auch die immer wiederkehrenden, meist hitzigen Diskussionen um den Nahost-Konflikt machen eines klar: Wir brauchen dringend eine fundierte Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen Antisemitismus und (anti-muslimischem) Rassismus.

    In der Öffentlichkeit ist die Frage, ob und wie diese beiden Phänomene miteinander verglichen werden dürfen, enorm umstritten, was eine sachliche und wissenschaftliche Beschäftigung lange erschwert hat. Sabine Schiffer und Constantin Wagner schaffen durch ihre Forschungsergebnisse eine Grundlage für eine neue, aufgeschlossene Diskussion und zeigen an aktuellen wie auch historischen Beispielen, dass Antisemitismus und Islamophobie über entscheidende Gemeinsamkeiten verfügen, die zu erkennen die Voraussetzung für ihre Bekämpfung ist.

    Durch das Gespräch über die Neuauflage von „Antisemitismus und Islamophobie. Ein Verlgleich“ führt der Lektor Emil Fadel. Das Buch erscheint am 1. November 2021, mehr Informationen auf westendverlag.de

    #13 – Eva C. Schweitzer: Links blinken, rechts abbiegen

    Die Antideutschen sind eine kleine, aber schrille Politsekte, die links zu sein glaubt, bei Lichte betrachtet aber schon rechts angekommen ist und dem deutschen Belehrbedürfnis frönt. Einige waren mal Funktionäre in kommunistischen Gruppen der Studentenbewegung, andere kommen vom Schwarzen Block oder sind bloß Anti-Ostdeutsche, die Kleinbürger verachten. Sie haben viele Sympathisanten in den Medien. Das verleiht ihnen viel mehr Einfluss auf politische Debatten, als gut ist.

    Eva C. Schweitzer zeigt die Ursprünge dieser Ideologie in den USA auf, legt den schädlichen Einfluss der Antideutschen offen und erklärt, wer hinter diesem Phänomen steckt.

    Ihr neues Buch „Links blinken, rechts abbiegen“ gibt es ab sofort Überall im Handel.

    #12 – Manfred Lütz: „Tatsächlich hat das Christentum die Toleranz erfunden“

    Die katholische Kirche – Das negative Passepartout

    „Im Grunde gibt es nichts und niemand mehr, gegen den man wirksam protestieren kann – außer einer einzigen Institution, und das ist die Katholische Kirche. Wenn allerdings dann diese Institution zusammenklappt und somit in jeder Hinsicht ausfällt, auch mit ihren sozialen Institutionen, dann wird es eiskalt in unserer Gesellschaft und das wollen die Menschen nun auch nicht.“

    Manfred Lütz, Theologe, Psychoanalytiker und Vatikan-Berater, klärt auf über die Inquisition, über Toleranz, überforderte Bischöfe und die Rolle der katholischen Kirche als negatives Passepartout, gegen das hemmungslos protestiert wird.

    Sein Buch „Der Skandal der Skandale“ erschien 2018 bei Herder.

    Dieses nterview kann man nachlesen im Online-Magazin Krass & Konkret.